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Tipps für die Initiativbewerbung – So nutzt du deine Chance

Du weißt, welchen Job du möchtest; hast vielleicht sogar schon das perfekt passende Unternehmen im Blick – doch es gibt einfach keine passende Stellenausschreibung? Das muss dich nicht aufhalten! Du kannst es stattdessen mit einer Initiativbewerbung probieren.

Initiativbewerbungen sind ein wichtiger Schlüssel, um auf den sogenannten verdeckten Arbeitsmarkt zu gelangen. Die meisten Jobs werden nämlich gar nicht über Stellenausschreibungen, sondern „hinter verschlossener Tür“ besetzt.

Initiativbewerbungen bieten also eine große Chance, erfordern jedoch auch mehr Vorbereitung als normale Bewerbungen. Im Folgenden erkläre ich dir alles, was du bei einer Initiativbewerbung beachten solltest und gebe dir Tipps, um dir für eine erfolgreiche Bewerbung zu helfen.

Was ist eine Initiativbewerbung?

Eine Initiativbewerbung ist eine Bewerbung für eine Anstellung bei einem Unternehmen, das gerade keine passende Stelle für dich ausgeschrieben hat. Sie geschieht also – wie der Name es andeutet – komplett auf deine eigene Initiative.

Mit einer Initiativbewerbung bewirbst du dich nicht einmal unbedingt für eine fest definierte Position, sondern du schaffst dir die ideale Stelle für dich gewissermaßen selbst, indem du dem Unternehmen genau beschreibst, was du kannst und was du suchst.

Es liegt dann am Unternehmen, selbst zu entscheiden, ob sie einen Bedarf für einen Bewerber mit deinem Profil haben. Das Ziel ist es, sie genau davon zu überzeugen und zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden.

Achtung: Eine Initiativbewerbung ist keine Blindbewerbung. Eine solche bezieht sich ebenfalls nicht auf eine konkrete Stellenausschreibung, ist jedoch nicht an einen konkreten Ansprechpartner gerichtet und auch nicht gesondert recherchiert, sondern mehr oder minder ein kompletter „Schuss ins Blaue“ mit niedriger Erfolgswahrscheinlichkeit.

Welche Chancen bietet eine Initiativbewerbung?

Auf den ersten Blick erscheint eine Initiativbewerbung vielleicht weniger sinnvoll, doch sich initiativ zu bewerben, kann im Gegenteil deine Chancen auf deinen Traumjob sogar vergrößern. Hättest du gedacht, dass geschätzt etwa 70 Prozent aller offenen Stellen nicht über eine Stellenausschreibung besetzt werden? Das gilt insbesondere für Stellen auf der Führungsebene.

Um auf dieses riesige Potenzial zugreifen zu können, gibt es verschiedene Wege – eine Initiativbewerbung ist einer davon.

Es gibt aber noch einen anderen wichtigen Grund dafür, warum Initiativbewerbungen so chancenreich sind: Sie können den Arbeitgeber auf positive Art und Weise „auf dem falschen Fuß“ erwischen. Bei einer Stellenausschreibung erwartet der Arbeitgeber eine große Masse an eingehenden Bewerbungen, die alle an die Personalabteilung geleitet werden.

Eine gute Initiativbewerbung, die direkt beim Entscheider eintrifft, kann deutlich mehr Interesse wecken. Wenn du direkt an deinen potenziellen Chef schreibst, hast du eine viel größere Chance, bei diesem gleich von Anfang an einen (guten) Eindruck zu hinterlassen.

Vor- und Nachteile

Bislang haben wir vor allem die Vorteile einer Initiativbewerbung diskutiert. Es gibt jedoch auch ein paar Nachteile. Hier sind die wichtigsten Vor- und Nachteile im Überblick:

Vorteile:

  • Du hast kaum Konkurrenzdruck
  • Du stichst automatisch hervor und hinterlässt einen Eindruck
  • Du bekommst Zugriff auf Stellen, die (noch) nicht öffentlich ausgeschrieben werden
  • Du hast wesentlich mehr Freiheiten bei der Gestaltung der Bewerbungsunterlagen
  • Selbst, wenn du nicht sofort ein Jobangebot erhältst, wirst du bei offenen Stellen künftig möglicherweise gesondert berücksichtigt

Nachteile:

  • Es ist nicht klar, ob eine offene Stelle existiert bzw. geschaffen werden kann
  • Du musst mehr Arbeit in die Recherche und Vorbereitung der Unterlagen investieren.

Wie unterscheidet sich eine Initiativbewerbung von einer gewöhnlichen?

Eine gute Initiativbewerbung sieht sehr anders aus als eine solche, die sich auf eine Stellenausschreibung bezieht. Ich empfehle dir, auf ein Anschreiben und auf Zeugnisse komplett zu verzichten. Für den Lebenslauf eignet sich außerdem ein Kurzprofil am besten.

Weitere wichtige Unterschiede im Überblick:

  • Bei einer Initiativbewerbung bewirbst du dich nicht auf eine konkrete Stelle, sondern skizzierst das Profil einer Stelle, die ideal zu dir passt
  • Eine Initiativbewerbung ist deutlich kürzer als eine normale Bewerbung. Daher kommt es noch stärker darauf an, dass du den Nutzen, den du stiften kannst, klar in den Vordergrund stellst.
  • Bei Initiativbewerbungen drehst du den Spieß um: du entscheidest, wer für dich interessant ist und nur dort bewirbst du dich.
  • Du hast wesentlich mehr kreative Freiheiten – sowohl bei der optischen Gestaltung und dem Design als auch bei der Formulierung der Texte

Meine Top-Tipps für eine erfolgreiche Initiativbewerbung

Wie erfolgreich deine Initiativbewerbung ist, hängt stark von deiner Vorbereitung ab. Daher möchte ich dir nun ein paar Tipps verraten, die ich dir beispielsweise auch einem Coaching näherbringen würde.

Die Wahl des Unternehmens

Die Wahl des Unternehmens, das du anschreibst, ist das Wichtigste und entscheidet maßgeblich über deine Erfolgschancen. Stelle dir daher bei der Recherche folgende Fragen:

  • Was sind meine Kernkompetenzen?
  • Welchen Nutzen kann ich stiften, was kann ich beitragen?
  • Welche Unternehmen und Branchen können etwas mit meinen Kompetenzen anfangen?

So kannst du das Feld bereits stark eingrenzen. Es sollten an dieser Stelle dann nur noch solche Unternehmen übrig bleiben, mit denen du dich wirklich identifizieren kannst.

Für die endgültige Auswahl der Unternehmen, die du anschreibst, möchte ich dir noch folgende Tipps auf den Weg geben:

  • Start Ups und Mittelstand sind offener für Initiativbewerbungen, Konzerne eher weniger
  • Bei Xing und LinkedIn oder Jobbörsen kannst du „Initiativbewerbung” als Stichwort in die Suchmaske eingeben und den Filter „Jobs“ setzen. Dann erscheint eine Vielzahl an Unternehmen, die sich über Initiativbewerbungen freuen
  • Hinweise finden sich auf den Karriereseiten der Unternehmen: “Nichts Passendes dabei? Dann schicken Sie Ihre Unterlagen.”
  • Folge interessanten Unternehmen zum Beispiel in sozialen Medien. Du bekommst auf diese Weise mit, wann diese sich Umstrukturieren. In Veränderungssituationen werden erfahrungsgemäß auch häufig neue Stellen geschaffen und erhöhen die Chance auf eine erfolgreiche Initiativbewerbung.
  • Die Suche nach passenden Unternehmen für dich können heutzutage auch KI-Tools für dich übernehmen.
  • Auf speziellen Nischenportalen findest du Unternehmen, die spezifischen Kriterien besonders gut entsprechen (Nachhaltigkeit, Familienfreundlichkeit, etc.)

5 Profi-Tipps für maximale Erfolgschancen

  • Gezielt auf eine Position bewerben

Schreibe deine Bewerbung nicht allgemein, sondern steuere gezielt eine (fiktive) Position an.

  • Finde den richtigen Ansprechpartner

Steck ruhig etwas Zeit darin, den richtigen Adressaten im Zielunternehmen zu finden. Die Personalabteilung ist im Zweifelsfall immer eine Option, aber ich schlage meinen Coachees vor, stattdessen den potenziellen Chef ausfindig zu machen und sich direkt bei diesem zu bewerben.

  • Weniger ist mehr

Als Anschreiben reicht eine kurze Mail mit Nutzenargumentation und Motivation. Füge auf keinen Fall ein eigenes Anschreiben-Dokument an und lasse auch Zeugnisse weg! Ein bis zwei kurze Sätze in der Mail, die neugierig machen, und dann das Kurzprofil im Anhang sind perfekt.

  • Achte auf eine aussagekräftige Betreffzeile:

Lass das Wort „Initiativbewerbung” in der Betreffzeile weg. Stattdessen kommt es gut, dich hier gleich im richtigen Licht darzustellen. Beispiel: „Fundierte Bankexpertise für Ihren Finanzbereich”.

  • Bringe vor dem Abschicken der ersten Initiativbewerbung deine Online-Profile auf Vordermann

Dein Ansprechpartner wird sich mit einiger Wahrscheinlichkeit deine Online-Profile ansehen, daher sollten diese aktuell sein und professionell aussehen. Zum Thema Xing & LinkedIn richtig nutzen biete ich auch ein Coaching an.

Noch Fragen? Ich helfe dir gerne!

Ich wünsche dir bei deiner nächsten Bewerbung – ob initiativ oder nicht – alles Gute und viel Erfolg! Hast du noch Fragen oder wünschst du dir ein individuelles Coaching, stehen ich und mein Team dir natürlich sehr gerne zur Verfügung: Kontakt.

Mehr Tipps zum Thema Bewerbung findest du auch in meinem Blog:

Ich freue mich darauf, von dir zu hören!

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Foto: Anette Hammer, Freistil-Fotografie

Silke Grotegut war 14 Jahre als HR-Expertin in einem DAX-Konzern tätig. Heute arbeitet sie als Karriere-, Bewerbungs- und Laufbahncoach und begleitet Professionals bei ihrer beruflichen Neuorientierung.

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