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Bewerbung: sinnvoller Aufbau und Umfang

Wieviel Zeit nimmt sich ein Personaler für deine Bewerbung im ersten Durchgang? Schätz‘ mal! Die meisten Bewerbungsunterlagen sind auf jeden Fall viel zu umfangreich, als dass ein Personaler sich schnell einen Eindruck von einem Bewerber verschaffen könnte. Dies ist aber wichtig, damit du überhaupt in die zweite Runde kommst. Wenn es dir nicht gelingt, das Wichtigste so zu präsentieren, dass es ein Personaler in 1-2 Minuten erfassen kann, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass deine Unterlagen im Papierkorb landen. Wie umfangreich deine Unterlagen sein sollten und was ein sinnvoller Aufbau ist, das erfährst du in diesem Artikel.

Welcher Aufbau ist bei Bewerbungen empfehlenswert?

Im letzten Blogartikel hatte ich schon dargelegt, dass ein Personaler sich im ersten Durchgang sehr wenig Zeit für die Durchsicht deiner Unterlagen nimmt – nehmen kann. Im ersten Durchgang sortiert man in der Regel in zwei Kategorien: Interessant oder Papierkorb. Das geht wirklich ziemlich schnell. Manche Personaler haben auch noch eine dritte Kategorie: die „Vielleicht“-Kategorie. Hier landen alle Bewerbungen, die ggf. in Frage kommen, wenn aus den A-Kandidaten nichts wird.

Du musst es also bereits im ersten Durchgang schaffen, in den A-Stapel zu kommen. Danach wird deinen Unterlagen dann mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Die Herausforderung ist also, dein ganzes Know-how und deine ganze Erfahrung so prägnant wie möglich zu präsentieren, damit du in die Kategorie „Interessant“ einsortiert wirst.

Ich habe als Personaler den folgenden Aufbau als sehr angenehm gefunden und im Folgenden werde ich dir näher erklären, wieso genau das mein Favorit ist:

  • Deckblatt
  • Anschreiben
  • CV
  • Zeugnisse

Bewerbung mit oder ohne Deckblatt?

Das ist eine der häufigsten Fragen bei mir im Bewerbungs-Coaching. Wie so häufig gibt es da kein Richtig und kein Falsch. Für mich stellt sich eher die Frage, wie du dein Deckblatt nutzt. Wenn du auf deinem Deckblatt ausschließlich dein Foto und deine Kontaktdaten aufführst, dann ist es in der Tat wenig hilfreich. Dann kannst du auch auf ein Deckblatt verzichten, denn das alleine lädt noch nicht zum Lesen ein – auch wenn dein Foto umwerfend sein sollte.

Ein gutes Deckblatt muss gleich neugierig auf dich machen. Das schaffst du am besten, indem du gleich auf dieser ersten Seite ein paar wichtigste Punkte präsentierst, die dich für die ausgeschriebene Stelle prädestinieren. Das kann deine Erfahrung oder deine Ausbildung sein oder die Beschreibung deines Arbeitsstils. Du ahnst es bestimmt schon: ich bin ein großer Fan von Deckblättern und ich verwende einiges an Aufwand daran, mit meinen Klienten Deckblätter zu gestalten, die optisch ansprechend sind und zum Lesen der Unterlagen animieren.

Ich weiß, dass insbesondere bei den Deckblättern die Geschmäcker auseinander gehen: für die einen ist ein Deckblatt unnötiger Schnickschnack, für die anderen ein Muss. Ich gehöre zur zweiten Fraktion. Wir Menschen sind visuelle Wesen. Bilder und Farben ziehen unseren Blick magisch an. Diesen Effekt kannst du auf einem Deckblatt ganz wunderbar nutzen, um Aufmerksamkeit für dich zu erzeugen.

Anschreiben, Deckblatt oder doch umgekehrt? Was ist eine sinnvolle Reihenfolge?

Ich lese aus Interesse natürlich viele Bewerbungs-Ratgeber und Blogs. Auch hier gehen die Geschmäcker auseinander, aber ich verrate dir, warum ich den oben genannten Aufbau gut finde:

Wenn ich eine Datei öffne, dann finde ich es angenehm, erst einmal ein ansprechendes Deckblatt zu sehen, dass mich neugierig macht auf die Bewerbung. Wenn ich gleich mit dem Anschreiben begrüßt wurde, dann habe ich das in meiner aktiven Zeit als Personalerin immer als Kaltstart, ja, geradezu wie einen Überfall empfunden. Ein Buch startet schließlich auch mit dem ansprechenden Cover. Dann kommt das Vorwort (das man immer überblättert) und dann kommt der Inhalt, das Wesentliche. Außerdem finde ich es logischer, wenn das Deckblatt obenauf liegt.

Und so ist das in einer Bewerbung auch. Das Anschreiben habe ich auch immer überblättert. Denn zu allererst checkt man als Recruiter die fachliche Passung eines Bewerbers ab. Und diese finde ich im Lebenslauf. Ich kenne keinen HR’ler, der nicht zuerst den CV liest und darin überprüft, ob ein Bewerber die passende Qualifikation und die nötige Erfahrung hat. Der CV ist also das wichtigste Dokument in der ganzen Bewerbung.

Wie umfangreich dürfen die Bewerbungsunterlagen sein?

Das Anschreiben: Es gibt bei Bewerbungen kaum etwas, was man ganz klar als richtig oder falsch bezeichnen kann, aber bei einem sind sich wirklich alle einig: Das Anschreiben darf auf keinen Fall länger als eine Seite sein. Es wird ohnehin nur dann gelesen, wenn du in deinem CV überzeugt hast. Manche Firmen verzichten heute auch schon ganz auf das Anschreiben, was aber eher eine Folge des Fachkräftemangels ist und sich das Anschreiben bei Bewerbern keiner großen Beliebtheit erfreut.

Der Lebenslauf: Auch hier kann man sagen, dass sich eine Länge von zwei Seiten als empfehlenswert erwiesen hat. Ausnahmen bilden Management-CVs, diese dürfen auch länger sein. Ein Lebenslauf eines Managers umfasst die Beschreibung verschiedener Verantwortungsbereiche (Regional, Budget, Mitarbeiter, Produkte etc.). Somit ist der Management-CV auch deutlich zahlen-, daten-, faktenlastiger als der eines Bewerbers auf Mitarbeiter-Ebene.

Ich bin sicher, dass sich jeder noch so bewegte Lebenslauf auf zwei Seiten darstellen lässt. Das solltest du auch aus eigenem Interesse heraus tun. Ich erinnere nur an die 1-2 Minuten, die sich ein Personaler nimmt, um sich von deinen Unterlagen überzeugen zu lassen. Falls du es jedoch partout nicht schaffst, deinen Lebenslauf auf zwei Seiten zu reduzieren, dann überlege, was du auf eine sog. dritte Seite, in eine Projektliste oder in eine Kompetenzbeschreibung auslagern könntest, die du hinter den CV legst.

Zeugnisse: Die allerwenigsten machen sich Gedanken darüber, welche Zeugnisse sie der Bewerbung beifügen. Sie stellen einfach alle Zeugnisse, Bescheinigungen und Zertifikate zusammen, die sie in ihrem Berufsleben gesammelt haben. Und so kommt dann schnell eine umfangreiche Mappe zusammen. Aber nochmal: In den 1-2 Minuten schafft es niemand sich alle Zeugnisse anzusehen. Beschränke dich daher auf die Zeugnisse, Zertifikate etc., die für die ausgeschriebene Stelle relevant sind. Alle anderen kannst du weglassen. Ein potentieller Arbeitgeber, der Interesse an dir hat, wird ggf. ein Zeugnis nachfordern, wenn er das für notwendig hält. Insgesamt solltest du aber nicht mehr als 10 Seiten Zeugnisse beilegen.

1 Seite Deckblatt

+ 1 Seite Anschreiben

+ 2 Seiten Lebenslauf

+ (ggf. + 1 Seite Projektübersicht)

+ 10 Seiten Zeugnisse (max.)

Das macht in der Summe maximal 15 Seiten. 15 Seiten ist aus meiner Sicht ein guter Umfang, denn da bekommt man als Personaler oder einstellende Führungskraft nicht gleich Schnappatmung, wenn man eine Bewerbung öffnet. 15 Seiten sind übersichtlich vom Umfang und gut in 1-2 Minuten grob zu erfassen. Wenn du weniger hast, umso besser. Der Vorteil für dich ist: es zwingt dich dazu, dich auf das Wesentliche zu beschränken.

Bleibt noch die Frage zu klären: Was ist denn nun das Wesentliche?

In meiner Videoserie, die ich hier im Blog in regelmäßigen Abständen veröffentliche, gebe ich dir Tipps zu folgenden Themen:

  • Wodurch zeichnet sich ein guter Lebenslauf aus?
  • Was gehört in ein Anschreiben, was aber auch nicht?
  • Zeugnisse: welche und wie viele?

Wenn du mehr Informationen oder weitere Unterstützung bei deiner Bewerbung benötigst, dann schau dir mal meinen Online-Kurs RICHTIG BEWERBEN! DIE PROFESSIONELLE BEWERBUNG – EINFACH EINLADEND an. Darin stelle ich mein gesamtes HR‘ler Wissen zur Verfügung und gebe dir eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie du eine Bewerbung aufbaust, die Personaler und Führungskräfte überzeugt, sodass du ins Vorstellungsgespräch eingeladen wirst. Denn darum geht es: Um die Einladung zum Interview. Selbstverständlich gebe ich dir auch Feedback zu deinen Unterlagen und unterstütze dich beim Schreiben – wenn du das möchtest.

Du weißt nicht, was ein Online-Kurs ist? Ein Online-Kurs funktioniert im Prinzip genauso wie ein normaler Kurs. Die Inhalte habe ich in über 4 Stunden Videomaterial für dich zusammengefasst. Außerdem stelle ich dir hilfreiche Arbeitsblätter zur Verfügung. Für dich hat ein Online-Kurs den Vorteil, dass du selbst bestimmen kannst, wann, wo und in welchem Tempo du die einzelnen Module durcharbeitest, denn du bist komplett zeit- und ortsunabhängig.

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Foto: Anette Hammer, Freistil-Fotografie

Silke Grotegut war 14 Jahre als HR-Expertin in einem DAX-Konzern tätig. Heute arbeitet sie als Karriere-, Bewerbungs- und Laufbahncoach und begleitet Professionals bei ihrer beruflichen Neuorientierung.

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