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6 Gründe, warum du deine Bewerbung selbst schreiben musst, um dich erfolgreich zu bewerben

Aktualisiert am

Wie viele Bewerbungen hast du in deinem Leben schon geschrieben? Hast dich bemüht, ein ausdrucksstarkes Anschreiben zu formulieren, den richtigen Ton zu treffen und gegoogelt, wie die aktuellen Empfehlungen zum Thema Bewerbungen schreiben sind? Und vielleicht fragst du dich bei jeder Bewerbung wieder, welches Design am ansprechendsten ist, damit deine Bewerbung am besten zur Geltung kommt?

Du bist mit diesen Unsicherheiten nicht allein. Bewerbungen zu schreiben macht den meisten Menschen überhaupt keinen Spaß. Schlimmer noch: Sie hassen es. Das Anschreiben zu formulieren empfinden sie als Lobhudelei und wie ging das gleich noch mal im Lebenslauf? Schreibt man da jetzt rein, dass die geforderte Zertifizierung fehlt? Es herrscht eine große Unsicherheit beim Bewerbungen schreiben. Da liegt der Gedanke nah, die Bewerbungsunterlagen einfach erstellen zu lassen – weniger Stress, gutes Ergebnis. Aber ist das wirklich so?

Wie Personaler Bewerbungen lesen

Als Personalerin und auch als Beraterin kenne ich Bewerbungsunterlagen, die eben nicht selbst erstellt sind. Letztens schickte mir eine Klientin ihre Unterlagen zur Vorbereitung auf mögliche Vorstellungsgespräche zu. Wow, super schickes Design, klar gegliedert, cool. Aber: Keine Persönlichkeit, kein persönliches Profil – wie Plastik!

Personaler haben ein sehr gutes Gespür dafür, ob deine Unterlagen authentisch sind oder nicht. Sie wollen keine aalglatten, geleckten Schreiben lesen, sondern wissen, welcher Mensch hinter der Bewerbung steckt. Das heißt nicht, dass professionelle Bewerbungsschreiber grundsätzlich einen schlechten Job machen. Es gibt aber gute Gründe dafür, deine Bewerbungsunterlagen selbst zu erstellen – speziell das Anschreiben.

Über den Sinn oder Unsinn von Anschreiben wird viel diskutiert. Die einen finden, es gehöre zu einer Bewerbung dazu, die anderen sagen: „Raus damit, liest eh keiner“. Fakt ist, wenn es sich nicht gerade um eine 1-Click-Bewerbung handelt, dann wird von Personalern und Führungskräften immer noch erwartet, dass du deiner Bewerbungsmappe ein Anschreiben hinzufügst. Vielleicht ändert sich das bald mal, aber heute ist das noch Standard.

Und ich sage: Du musst das Anschreiben selbst schreiben! Denn die Gedanken, die du dir in der Vorbereitung machst, musst du dir spätestens beim Vorstellungsgespräch sowieso machen. Dann kannst du sie dir auch gleich beim Anschreiben machen und damit eine individuelle und persönliche Mappe zusammenstellen.

6 Gründe, warum du deine Unterlagen selbst zusammenstellen solltest

Standardanschreiben sind ein No-Go

Wenn du dich in einem Segment bewirbst, wo die Nachfrage nach deiner Expertise höher ist als das Angebot auf dem Markt, dann kannst du diesen Absatz gegebenenfalls überspringen, denn da werden dir viele Fehler verziehen. Wenn du dich aber in einem Bereich bewirbst, in dem es durchaus Konkurrenz gibt, dann solltest du diesen Abschnitt lesen.

Ein professioneller Bewerbungsschreiber wird dir einen CV und/oder ein Anschreiben erstellen, die du für deine Bewerbungsaktivitäten nutzen kannst. Das heißt, entweder du nutzt das Anschreiben für alle Bewerbungen oder du musst bei der zweiten Bewerbung gleich wieder einen Auftrag erteilen.

Denn: Wenn ein Anschreiben so formuliert ist, dass es egal ist, an welchen Arbeitgeber du es schickst, dann ist es schlicht und ergreifend zu unkonkret. Standardbewerbungen sind ein absolutes No-Go und werden mit hoher Wahrscheinlichkeit aussortiert. Wenn du also nicht für jedes Anschreiben Geld ausgeben möchtest, dann musst du die folgenden Anschreiben sowieso selbst erstellen. Also kannst du doch auch gleich das erste selbst schreiben, oder?

Ein Anschreiben ist kein Anschreiben

Erfahrungsgemäß braucht es mehrere Anläufe, um den passenden Arbeitgeber zu finden. Nämlich genau den, der dir erstens eine Position anbietet und zweitens, der einen Job zu bieten hat, der auch deinen Vorstellungen entspricht. Daher ist dir mit einem Anschreiben vom Bewerbungsschreiber (siehe auch Punkt 1) nicht wirklich geholfen.

Wenn du einmal herausgefunden hast, wie du die Anzeigen analysierst und du weißt, was du zu bieten hast, dann bereitet dir das Schreiben keine großen Kopfschmerzen mehr. In meinem Blogartikel „10 Tricks, wie deine Bewerbung garantiert im Papierkorb landet“ findest du die Dos und Don’ts in Bewerbungsanschreiben.

Du musst als Person sichtbar werden!

Wer könnte besser etwas über dich erzählen als du selbst? Meine Kunden haben mir berichtet, dass sie ihren Lebenslauf an den Bewerbungsschreiber geschickt haben. Dieser hat ausschließlich auf der Basis des CV eine komplette Bewerbungsmappe gemacht. Kein Gespräch, in dem sich der Autor über ihre Stärken, Talente, Erfahrungen und Kompetenzen informiert hätte. Keine Rückfragen zu ihren eigenen Vorstellungen von einem passenden Job.

Wie sollst du denn da für den Personaler sichtbar werden? Hab Mut, dich, deine Kompetenzen, deine Erfahrungen aber vor allem auch deine Persönlichkeit zu zeigen! Wenn du merkst, dass du davor Scheu hast, dann liegt das Problem vermutlich eher in deinem Selbstwertgefühl als in deiner Fähigkeit, Bewerbungen zu schreiben.

Und jetzt muss ich doch noch etwas Kritik an den Bewerbungsschreibern üben. Die meisten Beispiele, die ich gesehen habe, waren weder persönlich noch gut gemacht: „Mit Interesse habe ich Ihre Stellenanzeige Qualitätsmanager (m/w) Kennziffer 123, bei xyz gelesen.“ Das geht gar nicht! Wenn du dir schon deine Unterlagen erstellen lässt, dann mach dir zumindest vorher ein Bild von der Qualität des Anbieters.

Designs, die ins Auge fallen, findest du in Hülle und Fülle im Internet!

Auch für ein ansprechendes Design brauchst du keinen professionellen Bewerbungsschreiber. Im Internet findest du jede Menge Formatvorlagen und Designvorschläge, die du nutzen kannst. Wenn du mit Word arbeitest, dann findest du alleine dort schon Formatvorlagen, die deiner Bewerbung ein klar strukturiertes Design geben.

Oder schau mal bei Pinterest unter Bewerbung. Da bekommst du viele Designs sogar kostenlos zum Download. Selbst ein Design zu erstellen, ist aber auch nicht schwer und vielleicht auch eine Gelegenheit, deiner Kreativität mehr Raum zu verschaffen. Kleiner Tipp noch am Rande: Hier ist weniger mehr!

Die Vorbereitung deiner Unterlagen hilft dir auch für das Vorstellungsgespräch

Spätestens im Vorstellungsgespräch fällt dir ein geskriptetes Anschreiben auf die Füße. Denn hier musst du genau wissen, warum du dich auf die Stelle bewirbst. Daher ist dieser Punkt der wichtigste von allen: Mach es gleich selbst, dann bist du sicher im ganzen Bewerbungsprozess.

Meistens schaue ich in fragende Gesichter, wenn ich meine Klienten beispielsweise frage, welchen Mehrwert sie der Firma, bei der sie sich bewerben wollen, bieten können. Oder aber welche Kompetenzen und Erfahrungen sie für die konkrete Position mitbringen und woran diese Firma das sehen könnte.

Hier ist Unsicherheit aber fehl am Platz. Denn spätestens im Vorstellungsgespräch kommen genau diese Fragen: Was bringst du für diese Position mit? Was reizt dich an dieser Position? Warum bist ausgerechnet du die richtige Besetzung?

Indem du dich vorher damit beschäftigst, fällt es dir viel leichter, zu argumentieren und damit überzeugend aufzutreten. Du wirst dir deiner Erfahrungen und Kompetenzen bewusst und entwickelst ein Bewusstsein dafür, was du alles kannst. Das wird sich automatisch in deinen Unterlagen und deinen Vorstellungsgesprächen widerspiegeln. Deine Bewerbungen selbst zu erstellen macht also auf vielen Ebenen Sinn.

Personaler wollen es authentisch

Als Personalerin habe ich auch Unterlagen bekommen, bei denen ich direkt sehen konnte, dass diese von einer Agentur erstellt worden waren. Mein Interesse an diesen Bewerbern ist sofort erloschen, denn schließlich hatten sie sich – im Unterschied zu den anderen – weniger Mühe gemacht. Mir vermittelte das den Eindruck, diese Bewerber hätten sich nicht intensiv mit der Stelle auseinandergesetzt; sie hatten diese Aufgabe schließlich delegiert. Bei mir kam das schlicht und ergreifend als Desinteresse rüber. Und was möchte ein Unternehmen schon mit einem desinteressierten Mitarbeiter?

Zugegeben, das Anschreiben ist in der ganzen Bewerbungsmappe der anspruchsvollste Teil. Aber hey, es ist lediglich ein Brief an einen potenziellen Arbeitgeber, der daran interessiert ist, dich kennenzulernen – nicht mehr und nicht weniger. Kein Grund, in Ehrfurcht zu erstarren.

Der Arbeitgeber hat etwas zu bieten: einen Job. Du hast etwas zu bieten: deine Expertise, deine Erfahrung, deine Persönlichkeit. Dieses Pfund gilt es darzustellen – nicht übertrieben, sondern ganz realistisch. Es geht nicht darum, den Superhero an die Wand zu malen, sondern zu beschreiben, wer du bist.

Erfolgreich bewerben mit selbst erstellten Unterlagen

Mittlerweile hat auch meine Klientin das Anschreiben selbst in die Hand genommen, denn diese „Perfektunterlage“ kam nicht so an, wie sie sich das gewünscht hatte. Lediglich das Design hat sie übernommen, das Anschreiben haben wir gemeinsam komplett überarbeitet.

Wir haben ein persönliches und konkretes Profil herausgearbeitet, uns damit beschäftigt, was sie ganz besonders gut kann, welche beruflichen Erfolge sie hat. Außerdem haben wir dargestellt, welchen Mehrwert sie dem Unternehmen bieten kann.

Dieses Profil passt meine Klientin dann immer auf die jeweils ausgeschriebene Stelle an. Das Schreiben macht ihr zwar immer noch keinen großen Spaß, aber es fällt ihr deutlich leichter. Sie weiß jetzt, was sie zu bieten hat und schreibt nun mit einer selbstbewussten Haltung ihre Anschreiben.

Alles, was wir in der Vorbereitung erarbeitet haben, kann sie auch in den Vorstellungsgesprächen nutzen. Den Mehrwert, den sie bietet, kann sie mit konkreten Beispielen untermauern und das Schönste für mich ist: Jetzt wird sie als Person in ihren Anschreiben wirklich sichtbar.

Wenn dir das Schreiben von Bewerbungen auch nicht leicht von der Hand geht, dann solltest du dir meinen Online-Kurs „RICHTIG BEWERBEN“ ansehen. Darin bekommst du eine Schritt für Schritt Anleitung, wie du eine Bewerbung erstellst, die den nerv trifft.

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Foto: Anette Hammer, Freistil-Fotografie

Silke Grotegut war 14 Jahre als HR-Expertin in einem DAX-Konzern tätig. Heute arbeitet sie als Karriere-, Bewerbungs- und Laufbahncoach und begleitet Professionals bei ihrer beruflichen Neuorientierung.

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