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Elevator-Pitch Bewerbung auf Jobmessen – Dein Weg zum nächsten Job?

„Job-Messen sind nichts für mich, oder?“ Das höre ich ganz oft von meinen Klienten, wenn wir uns an die Ausarbeitung der Bewerbungsstrategie machen und über eine Elevator-Pitch-Bewerbung sprechen. Warum eigentlich?

  • „Alle können dann sofort sehen, dass ich auf der Suche nach einem Job bin, am Ende denken die noch, ich wäre arbeitslos.“
  • „Ich schäme mich, dass ich einen neuen Job suche.“
  • „Da laufen doch nur Leute rum, die ansonsten keinen Job bekommen. Dazu will ich nicht gehören.“
  • „Das ist doch nur etwas für Leute, die keine Probleme haben, einen Job zu finden.“

Das sind die häufigsten Antworten, die ich höre. Aber ich finde, das kann man auch anders sehen.

Auf der Jobmesse mit einer Elevator-Pitch-Bewerbung überzeugen

Da geben Firmen viel Geld aus, um zu zeigen, dass Sie Mitarbeiter suchen. Personaler, aber auch Fach- und Führungskräfte, stehen an den Ständen bereit, um Bewerbern das Unternehmen zu erklären und Fragen zu beantworten und die allermeisten kommen mit konkreten freien Positionen.

Neben der Möglichkeit, potenzielle Arbeitgeber kennenzulernen, gibt es meist auch umfangreiche Angebote wie Vorträge oder auch die Möglichkeit, Bewerbungsfotos machen zu lassen, bis hin zu Quickchecks der eigenen Unterlagen. Da wirst du also so richtig als Bewerber umworben.

Aber nicht jede Job-Messe eignet sich gleichermaßen für die eigene Bewerbungsstrategie und auch nicht jeder Arbeitgeber, der sich auf der Messe präsentiert, ist interessant. Ein möglicher Erfolgsgarant: Die Elevator-Pitch-Bewerbung.

Vorbereitung ist wichtig

Um die Zeit auf einer Job-Messe gut zu nutzen, macht es daher Sinn, sich die Veranstaltungen im Vorfeld gut anzusehen und sich vorzubereiten.

  1. Recherchiere, ob es spezialisierte Job-Messen für die Branche oder das Fachgebiet gibt, in das du dich entwickeln möchtest. Konzentriere dich auf diese Messen.
  2. Bereite dich vor auf die Job-Messe:
    1. Gehe auf auf die Internetseite der Job-Messe und schaue dort, welche Firmen für dich interessant sind.
    2. Downloade dir ggf. den Katalog. Darin geben die Firmen z. T. an, welche Art von Bewerbern sie suchen, beispielsweise: Auszubildende, +50, Teilzeit etc. Damit erhältst du einen Überblick und du kannst dich auf der Messe fokussieren.
    3. Vereinbare, wenn möglich, einen Termin per E-Mail mit den Firmen, für die du dich interessierst. Denn die begehrten Firmen sind schnell ausgebucht auf der Job-Messe.
    4. Kläre für dich vorab, was du auf der Messe erreichen möchtest.
  3. Bereite einen Elevator Pitch vor, mit dem du dich in etwa 2 Minuten vorstellst: Wer bin ich, was bringe ich mit und was suche ich. Dazu unten mehr.
  4. Entwickle eine Kurzbewerbung. Du willst sicher nicht 25 komplette Bewerbungsmappen mitschleppen und die Aussteller wollen auch nicht kistenweise Unterlagen nach Hause tragen, vor allem nicht in Zeiten der Digitalisierung. Ich empfehle dir, entweder einen Bewerbungsflyer, ein Kurzprofil oder eine Profilkarte zu erstellen. Eine weitere Möglichkeit ist, die Bewerbungsunterlagen auf einem USB-Stick mitzubringen. Die Aussteller sind meist darauf eingerichtet und kopieren sich Ihre Unterlagen einfach vom Stick.

Der Elevator Pitch: Selbstpräsentation mal anders

Ein Elevator Pitch ist eine kurze, prägnante und informative Zusammenfassung über dich und über das, was du tust, wofür du stehst, über den Nutzen, den du einem Arbeitgeber stiftest und was du suchst. Der Name rührt von der Idee her, innerhalb einer kurzen Zeit – einer Aufzugfahrt beispielsweise – dem Gegenüber die wichtigsten Informationen über sich zu präsentieren. So kannst gleich mit einer prägnanten Elevator-Pitch-Selbstpräsentation auf der Job-Messe punkten.

Silke Grotegut lehnt an einer weißen Wand
Silke Grotegut
ich berate Führungskräfte seit mehr als 20 Jahren

Job finden mit Xing, LinkedIn & Co.

So entwickelst du deinen eigenen Elevator Pitch: Beispiele & Leitfragen

Wie kannst du mit einem Elevator-Pitch-Vorstellungsgespräch einen möglichst guten Eindruck hinterlassen? Das ist gar nicht so schwer. Die wichtigsten Punkte habe ich oben schon genannt. Was sich im Einzelnen dahinter verbirgt, findest du in der folgenden Liste:

Wer bin ich?

Hiermit leitest du die Elevator-Pitch-Selbstpräsentation ein.

  • Name
  • Alter (evtl.)
  • Profession
  • Aktuelle Situation

Beispiel: Mein Name ist …. Ich bin Projektleiterin und habe die vergangenen 10 Jahren insbesondere Umstrukturierungsprojekte im Bankenumfeld in einer Größenordnung von bis zu 500.000 € mit bis zu 20 Projektmitarbeitern geleitet.

Was kann ich?

Das ist der Hauptteil deiner Selbstpräsentation. Hier beschreibst du auch Ihre beruflichen Erfolge.

  • Qualifikation
  • Stärken
  • Kompetenzen
  • Welches Problem, welchen Engpass kann ich gut lösen?

Beispiel: Von meiner Ausbildung her bin ich Diplom-Betriebswirtin. Neben meiner umfangreichen Projekterfahrung verfüge ich über eine Zertifizierung nach xy. In meiner letzten Position als Projektleiterin war ich verantwortlich für 1., 2., 3. Was ich gut kann, ist in konflikthaften Situationen eine Lösung zu finden, die von allen Parteien mitgetragen werden kann. Auf diese Weise ist es mir gelungen, das Projekt trotz großer technischer Schwierigkeiten in der vorgegebenen Zeit, innerhalb des gesteckten Budgets und mit der geforderten Qualität abzuschließen.

Was suche ich?

Hier stellst du deine Motivation dar, sich in deinem Bereich und bei dieser konkreten Firma zu bewerben.

  • Position
  • Funktion
  • Unternehmensbereich

Beispiel: Ich suche nun eine Position als Senior-Projektmanagerin, um größere und komplexere Projekte zu leiten. Ihrer Internetseite habe ich entnommen, dass Sie im kommenden Jahr ebenfalls vor großen Umstrukturierungen stehen. Ich bin sicher, dass meine Erfahrungen und mein Know-how für Ihr Unternehmen sehr interessant ist, denn die Veränderungen, vor der die Versicherungsbranche nun steht, habe ich in der Bankenwelt bereits erlebt und erfolgreich den Wandel mitgestaltet.

Jetzt bist du an der Reihe!

Du hast oben schon gesehen, dass du nicht einen Elevator Pitch für alle Unternehmen nutzen kannst. Du musst dir, wie bei einem Vorstellungsgespräch auch, vorher Gedanken darüber machen, was für dieses Unternehmen von besonderem Interesse in Bezug auf deine Qualifikation ist, also welches Problem du für das Unternehmen lösen könntest.

Dazu ein paar Leitfragen:

  • Um was für ein Unternehmen dreht es sich?
  • Welche Position würdest du dort gerne besetzen?
  • Hast du schon Erfahrungen mit der Branche, mit der gesuchten Position/Funktion?
  • Vor welchen Herausforderungen steht das Unternehmen in Bezug auf die Position, die du dort anstrebst? (z. B. Qualitätsprobleme, die du als Qualitätsmanager beheben könntest)
  • Gehe gedanklich dein Berufsleben durch und schreibealles raus, was an Erfahrungen und Know-how für diese Firma und die angestrebte Position wichtig und interessant ist. Zum Schluss priorisierst du deine Punkte und wählst die 2 bis 3 wichtigsten Punkte aus, die du in den Pitch nehmen möchtest.

Mit dieser Vorarbeit machst du dich dann an die Ausarbeitung des Elevator Pitches. Dieser sollte maximal 2 Minuten lang sein. Übe die Elevator-Pitch-Bewerbung ein paar Mal, bis dir die Worte ganz selbstverständlich über die Lippen kommen, du aber noch Variationsmöglichkeiten hast. Es sollte auf keinen Fall auswendig gelernt klingen. Am besten erzählst du deinen Text mal einer vertrauten Person, die dir auch ehrliches Feedback dazu gibt.

Mehr Tipps zum Thema Bewerbung allgemein findest du außerdem hier auf meiner Seite im Artikel: Bewerbung, Aufbau & Inhalt.

Foto: rawpixel.com

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Foto: Anette Hammer, Freistil-Fotografie

Silke Grotegut war 14 Jahre als HR-Expertin in einem DAX-Konzern tätig. Heute arbeitet sie als Karriere-, Bewerbungs- und Laufbahncoach und begleitet Professionals bei ihrer beruflichen Neuorientierung.

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Silke Grotegut
Karrierecoach, Beraterin und HR-Expertin