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Was zieh‘ ich nur zu meinem Bewerbungsgespräch an?

Heute morgen, als ich mich für den Tag fertig gemacht habe, merkte ich plötzlich: Ich bin ganz schön nervös. Verschiedene Fragen gingen mir durch den Kopf: Was ziehe ich nur an? Ist das nicht zu auffällig? Make Up, ja klar, aber passt das überhaupt zu mir, wie ich mich immer schminke? Alles Fragen, die mir im Zusammenhang mit Vorstellungsgesprächen bekannt sind. Dabei habe ich heute gar kein Vorstellungsgespräch, aber ich bin verabredet mit Marianne Krschak-Herschung. Frau Krschak-Herschung ist Farb- und Stilberaterin und hilft Menschen, ihren eigenen Stil zu finden, einen Stil, der ihre Persönlichkeit je nach Anlass optimal zur Geltung kommen lässt.

Auf die Idee, mal eine Farb- und Stilberaterin zu interviewen bin ich schon vor längerer Zeit gekommen, denn die Frage nach dem passenden Outfit für das Vorstellungsgespräch beschäftigt fast alle Bewerber und ist daher auch häufig Thema in meinen Coachings.

Ich warte also heute morgen in meinem Bonner Lieblingscafé in der Sonne und da erkenne ich sie auch schon von Weitem. Das muss sie einfach sein, denke ich mir, so toll wie diese Frau aussieht. Alles an ihr wirkt total stimmig obwohl sie einfach nur ein Kleid anhat, aber das passt einfach perfekt zu ihr. Wir sind uns vom ersten Moment an sympathisch und wechseln schnell ins „du“ über als wir anfangen uns über das passende Outfit für Bewerbungsgespräche zu unterhalten.

Als Farb- und Stilberaterin und berätst u.a. Menschen zu ihrem Outfit für Vorstellungsgespräche. Worauf schaust du dabei im Einzelnen?

„Als erstes schauen wir uns an, in welcher Branche sich mein Kunde bewerben will. Ist es eher eine konservative Branche wie Banken oder Versicherungen, dann sollte die Kleiderwahl eher dezent sein. Bei einer Bewerbung in einer eher kreativen Branche oder einem modernen Unternehmen, kann die Kleidung etwas experimenteller ausfallen. Als zweites schauen wir uns an, für welche Hierarchiestufe sich der Klient bewirbt. Ist es eine Führungsposition oder eine Mitarbeiterfunktion? Erst wenn wir uns die Zielposition angesehen haben und wir ein Bild davon haben, was dort angemessen ist, schauen wir, wie wir die individuelle Persönlichkeit des Bewerbers in diesem Rahmen so kleiden, dass er oder sie als Person sichtbar wird. Dazu gehört dann eine Farbanalyse, in der wir schauen, welche Farben aber auch welche Materialien, welche Schnitte ganz besonders gut zu diesem Typen passen. Unsere Kleidung ist unsere Visitenkarte.“ 

Welche allgemeingültigen Tipps kannst du Bewerbern geben?

„Zunächst einmal ist folgendes wichtig: Die Kleidung würdigt die Situation. Ein Vorstellungsgespräch ist eine besondere Situation. Es ist ein Art Geschäftstermin, in dem ausgelotet werden soll, ob der Bewerber und das Unternehmen zusammenpassen. Im Erfolgsfall wird ein Vertrag geschlossen. Daher ist Freizeitkleidung im Bewerbungsgespräch ein NO GO! Typberatung ist sehr individuell, aber es gibt ein paar Tipps, an denen sich jeder orientieren kann. Grundsätzlich kann man sagen, dass die Kleidung nicht von der Person ablenken sollte. Daher gilt immer: Weniger ist mehr. Das gilt für Schmuck, Make Up und Accessoires. 

Die Kleidung sollte

  • modern aber nicht modisch sein
  • einfach aber nicht gewöhnlich sein
  • dezent, unauffällig, echt, natürlich und angemessen sein.

Ein paar weitere allgemeingültige Tipps:

  • Sei niemals schicker als dein Chef!
  • Geputzte, nicht abgelaufene Schuhe (Anmerkung vom Autor: eigentlich eine Selbstverständlichkeit, aber aus Erfahrung kann ich sagen, dass manche Bewerber das nicht so eng sehen)
  • Wenn man eine Hose mit Gürtelschlaufen trägt, dann IMMER auch einen Gürtel tragen. Am besten in der gleichen Farbe, zumindest aber aus der gleichen Farbgruppe
  • Ein paar Tipps speziell für Frauen:
    • Handtasche und Schuhe bitte farblich aufeinander abstimmen
    • Schuhe hinten geschlossen, vorne, maximal drei Zehen sichtbar
    • Wenn man einen Rock trägt ist Strumpfhose leider Pflicht– auch bei 30°
    • Längere Haare ggf. hochstecken, so dass sie nicht im Gesicht hängen
    • Das Make Up sollte dezent und typgerecht sein. Auch hier ist weniger mehr. Das gilt auch für das Parfüm. Nagellack auch eher natürlich halten, z.B. klar. Man sollte sehen, dass die Bewerberin gepflegt ist und Make Up trägt, jedoch sollte es nicht von ihr als Person ablenken.
    • Die Absatzhöhe im Business sollte 6,5 cm nicht überschreiten.
    • Beim Ausschnitt ist wichtig, dass man nicht den Brustansatz sieht.

Da waren jetzt viele Tipps für Frauen dabei. Gibt es auch ein paar Tipps speziell für die Männer? 

 „Jeder sollte sich bewusst machen, dass man sich in einem Vorstellungsgespräch präsentiert und es einen Unterschied zwischen Business und Freizeit gibt. Das meinte ich eben auch mit meiner Aussage: die Situation mit seiner Kleidung entsprechend zu würdigen. Daher ist das absolute Minimum bei Männern im Bewerbungsgespräch ein Sakko. Je nachdem, wo ich mich bewerbe, geht auch eine edle Jeans, also ohne Löcher zum Sakko. Bei der Krawatte kommt es ebenfalls darauf an, in welcher Branche ich mich bewerbe. In eher konservativen Bereichen gehört eine Krawatte dazu, bewerbe ich mich als kreativer Webdesigner, dann ist eine Krawatte nicht angesagt. Als Grafiker kann auch Sneakers, aber ansonsten bitte einen schlichten Business-Schuh.“

Wie finde ich heraus, was mir steht?

„Wenn man selbst unsicher ist, dann sollte man sich Unterstützung suchen. Das können beispielsweise Verkäufer und Verkäuferinnen in guten Bekleidungsgeschäften sein oder eine gute Freundin mit einem guten Geschmack. Es ist schwer allgemeingültige Tipps zu geben. Man kann nicht sagen: alle großen Frauen müssen sich so und so kleiden. Der Typ wird ganz entscheidend durch die eigene Persönlichkeit bestimmt und die ist sehr individuell. Nach der Farbanalyse nehme ich mir in meiner Beratung daher immer sehr viel Zeit für ein Gespräch mit dem Kunden, um herauszufinden, was er oder sie für eine Persönlichkeit ist, denn diese gilt es ja nach Außen zu tragen und mit der Kleidung zu unterstützen“.

Wenn ich dann einen Job habe, was gibt es dann zu beachten in Bezug auf die Kleidung?

„Zunächst einmal richtet sich die Kleidung danach, ob ich Kundenkontakt habe oder nicht. Wenn ich Kundenkontakt habe, dann muss die Kleidung formeller sein. Auch hier gilt wieder: Die Situation mit der Kleidung würdigen. Ein Kunde möchte Geld bei dir lassen. Das solltest du mit deiner Kleidung dementsprechend würdigen. Grundsätzlich kann man sich immer erst einmal an den Kollegen orientieren. Die sind schon länger dabei und kennen die Gepflogenheiten. Nach einer gewissen Zeit kann man dem eigenen Stil mehr Raum in dem vorgegebenen Rahmen geben. Eine gute Frage ist auch immer: Unterstützt meine Kleidung das Image, das ich gerne hätte? 

Wo findet man dich, wenn man sich mal professionelle Unterstützung gönnen möchte, um den eigenen Stil zu finden oder zu perfektionieren?

 „Online findet man mich im Netz unter www.malwasneues.net oder auf Facebook unter Mal was Neues – Farb- und Stilberatung. Da gebe ich regelmäßig Tipps und Anregungen zum Thema Kleidung und Accessoires. Für eine persönliche Beratung kommen meine Klienten zu mir nach Bad Honnef (bei Bonn) in meine eignen hellen Räume.  

Super! Vielen, vielen Dank, Marianne, dass du dir die Zeit genommen hast und vielen Dank für die tollen Tipps.

Bei Verabschieden sagt Marianne dann noch zu mir: „Ein tolles Kleid hast du da an!“ Ich freue mich und wir gehen gut gelaunt unserer Wege.

Was nach dem Interview geschah

Das Gespräch mit Marianne hat mich so neugierig auf eine Typberatung bei ihr gemacht, dass ich gleich eine Beratung bei ihr gebucht habe. Besonders angesprochen hat mich die Aussicht, meine Kleidung auf 40 gut kombinierbare Stücke zu reduzieren. Alleine die Vorstellung, Ordnung in meinem Kleiderschrank zu haben, macht mir schon gute Laune und ich glaube Klamotten-Einkauf und die tägliche Auswahl werden mir dann viel leichter fallen. Ich werde euch berichten.

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Silke Grotegut war 13 Jahre HR-Expertin in einem DAX-Konzern. Heute berät sie als Karriere-, Bewerbungs- und Gesundheitscoach Menschen in beruflichen Veränderungssituationen.

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»Das auf den Punkt bringen meiner Stärken und das Erstellen eines Kurzprofils helfen mir sowohl bei schriftlichen Bewerbungen als auch in Gesprächen, deutlich authentischer und mit mehr Begeisterung zu argumentieren. Die angenehme und motivierende Gesprächsführung von Frau Grotegut habe ich sehr geschätzt.«

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