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Burnout: Wie ich in der Corona-Krise davon profitiere

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„Liquidität? Was heißt das nochmal?“

Ich sitze in einem Meeting und überlege fieberhaft, was das Wort bedeutet. Ich kenne das Wort, das weiß ich. Aber ich kann mich partout nicht mehr erinnern, was damit gemeint ist.

Das war vor ziemlich genau 15 Jahren.

Damals arbeitete ich in der Führungskräfteentwicklung bei der Deutschen Telekom AG. Ich war verantwortlich für alles, was mit Projektmanagement-Qualifizierungen und Zertifizierungen zusammenhängt.

Und ich war am Ende. Körperlich und seelisch: Jeden Abend nach der Arbeit saß ich heulend auf meiner Bettkante, schlafen ging immer nur stundenweise, eine Blasenentzündung jagte die nächste. Gesprächen konnte ich nicht mehr richtig folgen.

Mir gelang nicht mehr viel, aber meine Fassade nach außen – die stand. Keiner wusste, wie es in mir aussah. Nicht einmal meine beste Freundin. „Wenn ich mich ein bisschen mehr anstrenge, dann schaffe ich das“. „Wenn ich dieses Projekt fertig habe, dann wird alles besser“. Das waren damals meine Möhren, mit denen ich mich am Laufen hielt. Erstaunlich lange sogar.

Und dann kam der Tag, an dem mein linker Arm ganz taub war. Er fühlte sich schwer an und kribbelte von oben bis unten. Meine Brust wurde zusammengeschnürt wie von einem Eisenring. Panik stieg in mir auf: Herzinfarkt?!

Ich glaube, ich bin noch mit dem eigenen Auto ins Krankenhaus gefahren, aber ich kann mich nicht mehr richtig erinnern. Ich weiß noch, dass es ein Sonntag war. Mein Flieger nach Berlin sollte am nächsten Morgen um 6 Uhr gehen. Meine Horrorvorstellung war: ich klappe dort am Flughafen zusammen. Also besser hier nochmal schnell ins Krankenhaus.

Nach dem Gespräch mit dem Arzt war mir klar: Ich werde für lange Zeit nirgends mehr hinfahren.

Ein dreiviertel Jahr hat es ungefähr gedauert, bis ich wieder an Deck war. Nach und nach habe ich mich zurück ins Leben getastet und gelernt, das Steuer wieder in die Hand zu nehmen. Das war der erste große Bruch in meinem Leben. Der nächste hat sieben Jahre auf sich warten lassen. Aber dazu später.

Krisenerprobt durch Burnout

Warum ich das so ausführlich erzähle? Weil ich durch diese Burnout-Erfahrung etwas gelernt habe, das mir heute von großem Nutzen ist: Nämlich mit Krisen umzugehen. Mit Krisen wie Corona.

Mir liegt es fern, meinen Burnout zu lobpreisen. Das war eine wirklich schlimme Erfahrung, die ich niemandem wünsche. Aber wie alles im Leben, hatte auch diese Zeit auch ihren Sinn. Aber dazu später.

Vor fünf Jahren habe ich mich selbständig gemacht. Als Karriere- und Bewerbungscoach. Ich habe damals einen gut bezahlten Job bei der Deutsche Telekom AG aufgegeben und bin vom Konzern-Tanker in mein eigenes, viel kleineres Boot umgestiegen. Fünf Jahre Aufbauarbeit, in denen ich plötzlich alles auf einmal war: Geschäftsführer, Marketing-, Finanz- und Personalvorstand. Es lief gut für mich.

Und dann kam Corona.

Mich erinnert die aktuelle Situation sehr stark an meinen Burnout 2004. Aber eine Sache ist anders: Ich kann mit der Corona Krise viel besser umgehen, obwohl sie sich genauso existenzbedrohend anfühlt. Warum?

Corona ist wie Burnout

Mein Burnout kam damals von innen heraus. Ich war sogar maßgeblich an der Entstehung mitbeteiligt. Corona trifft mich gerade unvorbereitet und unverschuldet. Aber alle alten Bekannten von damals sind plötzlich wieder da:

Leugnung und Verharmlosung: Der Burnout hatte sich schon lange vorher angekündigt. Ich war ständig krank: Blasenentzündungen, Grippe, Erkältung. „Zwei Tage“ habe ich meiner Ärztin immer gesagt, „mehr geht nicht“. Die Abstände zwischen den Krankheiten wurden immer kürzer. Aber wahrhaben wollte ich es nicht, dass ich ein Problem habe. Leugnung und Verharmlosung standen damals Anfang meines Weges in den Burnout. Auch jetzt bei Corona dachte ich lange, wird schon nicht so schlimm. Und mich betrifft es ja eh nicht. Tja, falsch gedacht.

Das ganze Koordinatensystem ist weg. Alles, wonach ich damals mein Leben ausgerichtet hatte, war weg. Ich konnte mich auf nichts mehr verlassen. Mein Körper und meine Leistungsfähigkeit hatten mich im Stich gelassen. Heute „funktioniere“ ich zwar wunderbar, aber ich muss täglich schauen, welche Grundrechte gerade wie stark eingeschränkt sind. Grundrechte – die waren doch in unserer Gesellschaft immer unumstößlich. Nichts ist mehr wie früher und niemand weiß, wie lange dieser Zustand anhält.

Existentielle Angst: Ich kann mich noch genau daran erinnern, welche Ängste ich ausgestanden habe. Mein Kopf hörte gar nicht mehr auf zu rattern. Wann werde ich wieder arbeiten können? Werde ich überhaupt wieder arbeiten können? Wie lange macht die Telekom das mit? Werde ich meinen Job verlieren? Arbeitslosengeld, Hartz IV dann Brücke. Ich tigerte durch meine Wohnung. Phasen von totaler Ruhelosigkeit und Aktionismus wechselten sich ab mit kompletter Lähmung. Ein Wechselbad der Gefühle.

Genau so habe ich die ersten Tage erlebt, als es mit Corona so richtig losging. Das war für mich schon sehr beängstigend, als alles runtergefahren wurde. Alle Geschäfte dicht, die Aktienkurse und damit meine Altersversorgung im freien Fall. Die Bilder von Grundsicherung und Brücke kamen wieder hoch.

Quälende Ungewissheit: Das war wahrscheinlich das Schlimmste: diese Ungewissheit damals. Eine Blaupause, wie ich diese Krise meistern soll, hatte ich nicht. Ein Erschöpfungssyndrom war etwas vollkommen Neues für mich und entsprach überhaupt nicht meinem Selbstbild. In meiner Familie waren alle selbständig: Omas, Opas, Onkel, Tanten. Krankheit konnte sich niemand erlauben. Diese Schonhaltung mit der andere durch das Leben gingen, war in unserer Familie verpönt. Ich kann mich nicht erinnern, dass meine Mutter mal krank(-geschrieben) war. Für mich war es also normal, mich permanent an der Leistungsgrenze zu bewegen. Und das, worüber ich mich definierte, galt plötzlich nicht mehr. Aber mit der Ungewissheit musste ich irgendwie lernen umzugehen.

Mit Corona war sie plötzlich wieder da: die Ungewissheit, wie es weitergehen soll. Shutdown und Lockdown waren Worte, die ich bis März dieses Jahrs noch nie gehört hatte. Geschweige denn, wie mit der neuen Situation umzugehen ist. Damals war ich mit meinem Problem erst einmal allein, jetzt betrifft das Problem alle. Leichter wurde es dadurch aber nicht wirklich.

Wie meine Burnout-Erfahrungen mir durch die Corona Krise helfen

„Wie kannst du nur so ruhig bleiben?“ werde ich in den letzten Wochen häufig gefragt. Und in der Tat: In dieser Krise erlebe ich mich ganz anders, obwohl meine berufliche Existenz vielleicht noch viel mehr auf dem Spiel steht, als bei meinen beiden Burnouts.

In mir ist eine große Ruhe, während ich mein Umfeld häufig als panisch empfinde. Warum reagiere ich so anders, habe ich mich selbst in der letzten Zeit gefragt. Und dann wurde mir klar: Ich habe eine solche Situation, in der nichts mehr so ist, wie es mal war, schon einmal erlebt. Und davon profitiere ich heute.

Das genau mache ich heute anders

Annehmen, was ist

Annehmen was ist, das hört sich leichter an, als es ist! 2005 habe ich mit den immer gleichen Mitteln versucht, meiner Krise selbst Herr zu werden: besseres Zeitmanagement, länger arbeiten, Tunnelblick. Ohne Erfolg. Erst als ich meinen verbissenen Kampf aufgegeben und die Situation angenommen hatte, konnte ich nach neuen Lösungsstrategien suchen. Aber da war halt auch schon ein Großteil meiner Energie verbraucht.

Es ist, wie es ist. Keine neuen Klienten? Ok, dann mache ich jetzt halt Dinge, die ich schon lange machen wollte. Einen neuen Online-Kurs entwickeln, die Webseite überarbeiten, Blogartikel schreiben. Arbeit habe ich genug. Bevor mir die Arbeit ausgeht, geht mir das Geld aus. Was mir damals unglaublich schwer fiel, nämlich die Krise zu akzeptieren und anzunehmen, ist mir in der Corona-Krise sehr schnell gelungen.

Kannst du etwas ändern, dann mach dir keine Sorgen.

 

Ich katastrophisiere nicht

Rückenschmerzen. Ich hatte damals unglaubliche Rückenschmerzen.

„Wenn es noch schlimmer wird, dann kann ich irgendwann nicht mehr laufen. Wenn ich nicht mehr laufen kann, dann kann ich nicht mehr arbeiten. Dann werde ich irgendwann arbeitslos sein. Nicht lange und ich muss Hartz IV beantragen. Da kommt man nie wieder raus. Ich werde meine Wohnung verlieren und wie soll das gehen als Obdachlose im Rollstuhl, wenn ich nicht mehr laufen kann?“

Solche Katastrophenfilme liefen tagtäglich in meinem Kopfkino. Ich war mein eigener Regisseur und ich war richtig in Schaffenslaune. Ich produzierte jeden Tag einen neuen Film: immer der gleiche Plot, nur die Protagonisten wechselten täglich.

Hilfreich war das Ganze nicht. Was vielleicht zur Freitagsabendunterhaltung getaugt hätte, wenn du sicher und warm in eine Decke gemummelt, die Horrorszenarien wie von einem Balkon verfolgst, war in der Realität kaum auszuhalten. Damals habe ich gelernt, solche Vorstellungen auszuschalten. Sie führen nirgends hin, nur ins Unglück. Ins selbstgemachte.

Als der Shutdown Anfang März kam, setzte sich meine Gedankenspirale auch wieder in Gang. So einfach wird man diese Gewohnheit, alles bis in den Worst Case zu denken, nicht los. Aber ich konnte sie auch gleich wieder stoppen. All meine Vorstellungen, wie unsere gesamte Weltwirtschaf kollabiert und ich finanziell verarmt in der Gosse liege, das alles sind nur Gedanken. Und Gedanken kann ich auch einfach weiterziehen lassen und mich auf das konzentrieren, was gerade ist und was ich gerade beeinflussen kann.

Glaube nicht alles, was du denkst!

Ich schütze mich

Ich stehe für mich an erster Stelle. Es ist meine Aufgabe, mich gut um mich selbst zu kümmern und mich selbst zu schützen. Damit meine ich nicht Abstand halten oder Mundschutz tragen. Ich meine damit, dass ich Sorge dafür trage, dass es mir gut geht. Das ist meine eigene Verantwortung: nicht die meines Mannes, nicht die des Staates.

Auch in der aktuellen Corona-Krise gibt es Tage, da komme ich besser mit der Situation klar. An manchen Tagen bin ich aber total dünnhäutig und habe nah am Wasser gebaut.

An solchen Tagen lege ich dann eine Corona-Diät ein. Dann muss die Welt auch mal ohne mich klarkommen. Und das tut sie auch. Ich passe meinen Nachrichtenpegel danach an, was ich gerade verkraften kann und für sinnvoll halte. Einmal am Tag die News checken, halte ich für ausreichend und kann ich gut verarbeiten. Und ich achte darauf, nicht nur die News über die Totenzahlen und über Intensivstationen am Rande des Nervenzusammenbruchs zu hören.

Ich suche ganz bewusst auch Beiträge darüber, was gut läuft und Berichte, die sich mit der Gestaltung der Zukunft beschäftigen. Der achte Tag beispielsweise gibt mir jeden Tag einen neuen inspirierenden Blick auf die Zeit nach Corona.

Niemandem ist geholfen, wenn ich meine Kraft verliere. Damit soll nicht gemeint sein: „Wenn jeder an sich selbst denkt, dann ist ja an jeden gedacht“. Das wäre Egoismus.

Ich meine Selbstverantwortung. Im Flugzeug heißt es ja auch:

„Ziehen Sie die Atemmaske über Mund und Nase – danach helfen Sie anderen hilfsbedürftigen Menschen“. Das macht Sinn, denn ich kann nur dann auch eine Hilfe für andere sein, wenn ich selbst gut beieinander bin.

Ich bin dankbar

Weißt du, wofür ich dankbar bin? Dafür, dass ich riechen kann. Ja, du hast richtig gelesen. Für dich ist das vielleicht eine Selbstverständlichkeit. Für mich nicht. Während meines zweiten Burnout habe ich nämlich meinen Geruchs- und damit auch meinen Geschmackssinn verloren. Sieben Jahren lang habe ich in Erdbeeren gebissen und schmeckte: nichts. Der Geruch von frischen Brötchen, Tomaten oder Rosen, all das war weg. Seit etwa 6 Monaten kommt der Geruchssinn ganz langsam zurück. Stundenweise. Ich kann dir gar nicht sagen, wie toll das ist und wie dankbar ich dafür bin.

Dankbarkeit musste ich auch erst einmal lernen, denn für mich war eigentlich alles selbstverständlich. Durch meine beiden Burnouts weiß ich, dass ich selbst verantwortlich dafür bin, wohin ich meinen Fokus lege. Ich kann meinen Fokus auf die Dinge zu legen, für die ich dankbar bin. Und davon habe ich wirklich viele: das Wetter ist schön, meine Blumen auf dem Balkon fangen an zu blühen, meine Katze kommt zum Kuscheln …

Es sind die Dankbaren, die glücklich sind!

Was ist das Ergebnis von allem?

Wenn um einen herum alles ins Wanken gerät, ist es besonders schwer, den Fokus zu halten. Ich erlebe das bei Freundinnen, die fast kopflos erscheinen. Ich sage das nicht mit Häme, ganz im Gegenteil. Aber ich erlebe es als ganz großen Vorteil, dass ich meinen Fokus halten kann und mich nicht pausenlos mit den Fragen beschäftige: Was soll ich bloß machen? Was mache ich wenn…?

Wenn alles ins Wanken gerät, dann ist es wichtig, eine Strategie zu haben. Als Selbständige habe ich natürlich eine. Diese habe ich mir noch einmal angesehen und befunden, so lange ich nicht weiß, wie sich die Rahmenbedingungen durch Corona ändern, verfolge ich meine Strategie weiter. Wenn es neue Erkenntnisse gibt, dann ist der Zeitpunkt, die Strategie nochmal zu überprüfen und ggf. zu ändern. Und so lange sage ich mir: Der letzte Befehl gilt! – alter militärischer Grundsatz. Ganz hilfreich, oder?

Es macht keinen Sinn, Schritt 3, 4 und 5 vorauszudenken, wenn ich noch nicht mal weiß, wo die Startlinie sein wird, wie sie aussieht und welche Regeln dann gelten werden. Und wenn ich denn demnächst wieder mehr Planungssicherheit habe, dann werde ich Lösungen finden, mit der neuen Situation umzugehen.

Gras wächst auch nicht schneller, wenn du daran ziehst

Meine Learnings

Wenn ich es mir so recht überdenke, dann tragen mich meine Learnings nicht nur durch die aktuelle Krise, sondern sie haben mich generell viel entspannter in meinem Leben werden lassen.

  • Annehmen, was ist
  • Blick auf das Positive und in die Zukunft
  • Selbstfürsorge
  • und Dankbarkeit, für das, was ich bin und habe

Vielleicht ist ja der eine oder andere Inspiration für dich dabei, die dir in der aktuellen Krise hilft, besser mit der Situation klarzukommen.

Ich mache vieles heute viel besser als damals. Aber eine Sache ist immer noch gleich. Ich bin ein Stress-Esser. Und so habe ich bestimmt schon zwei Kilo zugenommen 🙁 ?

PS: Es war übrigens damals kein Herzinfarkt, als ich ins Krankenhaus ging. Es waren „nur“ die Symptome eines Herzinfarktes. Aber als der Arzt mich fragte, welche Signale mein Körper mir den noch schicken soll, damit ich meinen Zustand ernst nehme, da hatte ich begriffen: Ich habe wirklich ein Problem und ich muss etwas ändern.

Was tust du, um gut durch die Corona-Situation zu kommen? Schrieb mir deine besten Tipps direkt hier ins Kommentarfeld und lass mich teilhaben. Ich freue mich drauf.

8 Kommentare zu »Burnout: Wie ich in der Corona-Krise davon profitiere«

  1. Liebe Silke,
    dieser Artikel hat mich tief berührt! Berührt auf verschiednen Ebenen:
    Als Expertin für Stressreduktion und Burnout-Prävention möchte ich Deinen Artikel als ein sehr typisches Beispiel nehmen, wie Burnout „passiert“, wie sich das anfühlt, wie es oft einen „Tag x“ gibt, an dem ein Mensch entweder zusammenbricht oder versteht „ich werde für lange Zeit nirgendwo mehr hinfahren“ (wie du das beschrieben hast).
    Der Artikel hat mich als Mensch sehr berührt – weil ich Dich kenne und mag und weil ich es ja 1:1 nachempfinden kann durch meine eigene Burnout-Erfahrung.
    Der Artikel hat mich auch berührt, weil diese Corona-Krise mit uns Menschen „etwas“ macht. So viele Menschen berichten, was da gerade mit ihnen passiert und das ist nicht von der Hand zu weisen! „Corona ist wie Burnout“ hat mich sehr angesprochen und es stimmt: All die Erfahrungen die wir – Du und ich – durch diese Krise gesammelt haben, die helfen jetzt. Wir wissen, wie Krise geht 🙂 Das heißt nicht, dass es einfach ist und doch bin ich sehr froh, dass ich mit all dem was ich an „Handwerkszeug“ habe, durch Corona NICHT in ein tiefes Loch falle!
    Danke für Deine Offenheit und Echtheit in diesem wertvollen Artikel, den ich direkt in meinem Netzwerk empfehlen werde.

    Herzliche Grüße
    Sandra

    1. Silke Grotegut sagt:

      Danke, liebe Sandra für deinen Kommentar. „Wir wissen wie Krise geht“ schreibst du. Ja, das stimmt. Und gleichzeitig kommen auch immer wieder Momente, wo auch mich die Krise mal wegspült. Und auch das gehört dazu. Ich bin nicht unverwundbar geworden, aber ich komme aus den Löchern viel, viel schneller wieder heraus. Und das ist eine Menge wert.

  2. Philipp sagt:

    Toller Artikel! Danke für´s Teilen und die Inspiration.
    Denke gerade: Spannend… die „Krise“, die die alten Muster hervorbringt wohlwollend und liebevoll anzunehmen bietet erst die Chance für eine wahre Transormation!

    1. Silke Grotegut sagt:

      Ja, das trifft es gut: Krisen und Stress allgemein befördern alte Muster gerne wieder an die Oberfläche und aktivieren sie. Und darum zu wissen und sich nicht dafür fertig zu machen, ist schon eine große Erleichterung.Sonst kommt ja gleich der nächste Stress dazu…

  3. Johanna sagt:

    Liebe Silke,
    Was du schreibst bewegt mich sehr, sicher auch, weil ich die Erfahrung, das wachsen und lernen an einem Burnout wie du durchlebt habe.
    Ich sitze in der nähe von München seid über zwei Wochen in einem Hotelzimmer. Meine Wohnung hat einen Wasserschaden und wird wieder hergestellt. Leben muss ich grad von meinem ersparten, auch gut.
    Draußen eilen immer mehr Mitbürger umher, als muss nachgeholt werden, was nicht getan werden konnte. Irgendwie bin ich froh, das ich da nicht mit machen muss.
    Und ich, ich halte es einwehnig wie du. Ich erfreu mich an deinem Artikel, nähe Masken aus Leinen und bemale den Stoff. Bring sie zur Post, versende sie, oder verschenke sie. So wird für mich die Welt freundlich, bunt und entspannt.
    Ich bin zufrieden, dass ich so gelassen bleiben kann, für mich und meine Ideen Raum habe. Ob ich das ohne Burnout und die vielen Veränderung in meinem Leben danach so schaffen könnte, ich denke nicht.
    Lieben Gruß Johanna

    1. Silke Grotegut sagt:

      Liebe Johanna, ich finde es sehr interessant, dass ganz ähnliche Erfahrungen mit dem Krisenmanagement und der emotionalen Stabilität durch vorherige Krisen machst. Wenn man drin steckt, will man einfach nur raus, weil es so schwer auszuhalten ist. Aber heute weiß ich auch um die positiven Aspekte dieser Zeit. Und Masken nähen hört sich nach einer guten, sinnvollen und kreativen Strategie an für diese turbulente Zeit. Ich hoffe für dich, dass du schnell wieder in deine Wohnung kannst. Liebe Grüße nach München – Silke

  4. Anke Alfter sagt:

    Liebe Silke, mit großer Aufmerksamkeit und Achtsamkeit habe ich gerade deine Geschichte gelesen. Ich bin dankbar, dass Du Sie mit uns allen teilst. Du hast Deine wertvollen Erkenntnisse präsentiert und an vielen Stellen konnte ich mich selber erkennen. Deine Geschichte kann ich fühlen und sie beruhigt mich in großem Maße.
    Ich gestehe, dass ich diese turbulente Zeit wie einen Weckruf empfinde und von daher genieße. Sie erweckt in mir den Focus auf das wesentliche, den ich täglich zu halten übe. Danke für deine Verbundenheit den du mit deiner Geschichte bei mir auslöst. Deine Anke

    1. Silke Grotegut sagt:

      Liebe Anke, danke für deinen anrührenden Kommentar. Ich bin total geflasht, von den vielen und so positiven Rückmeldungen zu diesem Artikel. Es ist in der Tat der persönlichste, den ich bislang geschrieben habe. Aber offensichtlich teilen ganz viele meine Erfahrung und finden sich in meinen Schilderungen wieder. Ich finde, dein Gefühl von Verbundenheit sehr schön. So geht es mir nämlich auch. Ich fühle mich im Moment unglaublich verbunden mit allem und allen. Plötzlich merke ich, dass nichts selbstverständlich ist und wie wir alle nicht ohne einander können. Nicht ohne Verkäufer*innen, nicht ohne Friseur*innen. Alles Dienstleistungen über die ich mir vorher nie große Gedanken gemacht habe. Liebe Grüße Silke

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Foto: Anette Hammer, Freistil-Fotografie

Silke Grotegut war 14 Jahre als HR-Expertin in einem DAX-Konzern tätig. Heute arbeitet sie als Karriere-, Bewerbungs- und Laufbahncoach und begleitet Professionals bei ihrer beruflichen Neuorientierung.

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