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Acht Tipps, wie Sie in der Arbeitslosigkeit Ihre Kraft behalten

Vielleicht sind Sie gerade arbeitslos oder waren das mal. Dann kennen Sie das sicher auch: allen anderen scheint es gut zu gehen, während für einen selbst die Welt zusammengebrochen ist. Sie fühlen sich kraftlos, sind deprimiert, und haben das Gefühl, Sie können nichts, Sie wissen nichts und mit der Zeit wird die Angst, nie wieder einen Job zu finden immer größer. Arbeitslosigkeit ist eine sehr starke psychische Belastung und je länger dieser Zustand anhält, desto schwieriger wird es, die innere Stabilität aufrecht zu erhalten. Wenn arbeitsuchende Klienten zu mir kommen, dann ist der Umgang mit der Trauer, der erfahrenen Kränkung, der Angst davor, nie wieder einen Job zu bekommen und der Scham ein zentrales Thema.

Mit ein paar Tricks schaffen Sie es, gut für sich zu sorgen und Ihre Kraft zu behalten.

  1. Geben Sie Ihrem Tag Struktur
    Teilen Sie Ihren Tag oder Ihre Woche ein in Bewerbungszeiten und Zeit für Privates und halten Sie die Zeiten ein. Wenn Sie Ihr Pensum an Bewerbungsaktivitäten erledigt haben, müssen Sie auch kein schlechtes Gewissen haben, wenn Sie sich dann den schönen Dingen des Lebens widmen. Machen Sie Sport. Gerade jetzt ist körperliche Betätigung wichtig! So werden Stresshormone abgebaut und Ihr Kopf kann mal abschalten von den Problemen. Zumindest ein Spaziergang täglich sollte auf Ihrem Plan stehen.
  2. Sorgen Sie gut für sich
    Hatten Sie auch eine Oma oder einen anderen Menschen in Ihrer Kindheit, der sich um Sie gesorgt hat, wenn es Ihnen schlecht ging? Wenn Sie sich mal wieder total deprimiert fühlen, überlegen Sie mal, was dieser Mensch, der Sie bedingungslos liebt jetzt zu Ihnen sagen oder für Sie tun würde? Vielleicht würde er Ihnen Milchreis kochen oder Ihnen sagen, was für ein wertvoller Mensch Sie sind. Kümmern Sie sich um sich, wie diese wohlmeinende Person sich um Sie kümmern würde.
  3. Tun Sie schöne Dinge
    Sie tun niemandem einen Gefallen, wenn Sie die Zeit zuhause wie ein Trauerkloß verbringen. Im Gegenteil! Tanken Sie auf und sammeln Sie Energie und Kraft, indem Sie Dinge tun, die Sie gerne machen. Vielleicht gehen Sie gerne in die Sauna oder ins Museum. Dann gönnen Sie sich diese Kurzurlaube. Schließlich haben Sie jetzt die Zeit dazu. Es ist wichtig, zwischendurch den Kopf freizubekommen – das gibt neue Energie.
  4. Suchen Sie sich eine sinnvolle Beschäftigung und helfen Sie anderen
    Wenn Sie sich ausschließlich um Ihre Arbeitssuche drehen, drohen Sie in eine Abwärtsspirale zu geraten. Es gibt viele Menschen, denen es sicher noch schlechter geht als Ihnen. Etwas sinnvolles zu tun ist in mehrfacher Hinsicht gut: es gibt Ihrem Leben einen Sinn, Sie lernen andere Menschen kennen, erleben sich selbst wieder in Ihren Stärken und es wirkt dem Gefühl entgegen, nicht Teil der Gesellschaft zu sein.
  5. Bilden Sie sich weiter
    Jetzt ist die Zeit, notwendige Qualifikationen oder Kompetenzen zu erwerben, die Ihnen den beruflichen Wiedereinstieg erleichtern. Oder lernen Sie etwas, was Sie schon immer mal machen wollten. Selbst wenn Sie nur über wenig Geld verfügen, gibt es viele Möglichkeiten sich neue Fähigkeiten anzueignen. Das Internet ist voll von Lernvideos, Artikeln, kostenfreien Angeboten zu jedem Thema.
  6. Sprechen Sie mit Freunden über Ihre Situation
    Tragen Sie nicht die ganze Last mit sich alleine herum. Erzählen Sie Menschen, die Ihnen wohlgesonnen sind über Ihre Situation und wie es Ihnen damit geht. Das entlastet und Sie werden sehen, dass Sie für Ihre Freunde immer noch die gleiche wertvolle Person sind, die Sie vorher auch schon waren. Gerade für solche Zeiten, wo es Ihnen nicht so gut geht sind doch Freunde da, oder?
  7. Entwickeln Sie Dankbarkeit für das, was Sie haben
    Auch wenn sich das jetzt erst einmal zynisch anhört – ich bin sicher, in Ihrem Leben gibt es vieles, für das Sie dankbar sein können. Vielleicht haben Sie Kinder, auf die Sie stolz sind oder gute Freunde, auf die Sie sich verlasse können. Dankbarkeit empfinden zu können ist eine emotionale Kompetenz und dankbare Menschen sind nachweislich glücklicher.
  8. Distanzieren Sie sich von negativen Gedanken und Gefühlen
    Sie haben vielleicht ein Gefühl von Wertlosigkeit ABER Sie sind nicht wertlos. Negative Gedanken und Gefühle über sich selbst schleichen sich gerade in schwierigen Situationen ein und machen sich breit. Aber es gibt einen Unterschied zwischen Gedanken und der Wirklichkeit. Unsere Gedanken und Gefühle sind nicht die Wirklichkeit. Gedanken und Gefühle kommen und gehen und ändern sich auch. Werden Sie aufmerksam, wenn Sie schlecht über sich denken und überlegen Sie stattdessen, was Sie in Ihrem Leben schon alles geleistet haben.

Wenn ich Klienten habe, die arbeitssuchend sind, dann ist der Umgang mit der aktuellen Situation häufig ein großes Thema. Gefühle von Trauer, Kränkung, Angst und Scham beherrschen den Alltag vieler Arbeitssuchenden. Ein Coaching kann helfen, diese Gefühle, schneller zu überwinden und ein Bewusstsein für die eigenen Kompetenzen und Stärken wieder zu erlange.

Foto: gratisography.com

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Silke Grotegut war 13 Jahre HR-Expertin in einem DAX-Konzern. Heute berät sie als Karriere-, Bewerbungs- und Gesundheitscoach Menschen in beruflichen Veränderungssituationen.

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